Was sind Pre-Orders (Vorbestellungen)?

Vorbestellungen sind nicht nur bei Produkteinführungen eine sinnvolle vertriebsstärkende Maßnahme. Grundsätzlich handelt es sich bei einer Vorbestellung um eine Bestellung für einen Artikel, der entweder noch nicht auf dem Markt oder derzeit nicht auf dem Lager vorrätig ist. Pre-Orders ermöglichen den Kunden, ein Produkt zu bestellen, bevor es verfügbar ist und damit zu vermeiden, ständig im Online-Shop nachzusehen, ob es wieder einen Bestand gibt. Bei neuen Produkten fällt diese permanente Suche natürlich weg. Dabei geht es eher um die Bekanntmachung eines neuen Produktes und dem dazugehörigen Aufbau einer Zielgruppe.

Was bedeuten Pre-Orders für Onlinehändler?

Es gehört heute zum guten Ton, in einem Online-Shop den Kunden die Möglichkeit zu geben, bestimmte Produkte vorzubestellen. Doch es gibt auch finanzielle Anreize für Onlinehändler, wenn auch nur in begrenztem Umfang, denn für die Vorbestellung können Händler ihren Kunden eine Gebühr berechnen.

Zudem helfen die Vorbestellungen auch, dass Sie sich über die aktuelle Nachfrage nach einem bestimmten Produkt eines Sortiments im Klaren sind. Die Schätzung der voraussichtlichen Verkäufe für vorbestellte Produkte vermeidet unnötige Ausgaben für Lagerbestände und gibt Planungssicherheit.

Die gewonnenen Erkenntnisse über ein neu eingeführtes Produkt schützt davor, einen Markt oder eine Nische anzugreifen, die möglicherweise gar nicht besteht. Das hindert Sie daran, ein erfolgreiches E-Commerce-Geschäft aufzubauen. Vorbestellungen sind eine Möglichkeit zur Feststellung, ob eine ausreichende Nachfrage nach einem Produkt besteht.

Mit dem Angebot von Pre-Orders sind Sie aber auch in der Lage, Beziehungen zu den richtigen Interessenten aufzubauen und mit diesen langfristige Kundenbeziehungen zu entwickeln.

Vorteile von Pre-Orders:

Vorbestellungen sind ein guter Indikator für die Nachfrage
Nutzung der gesammelten Daten, um Investoren zu überzeugen
Vorbestellungen generieren vor der Veröffentlichung eines Produktes Geld
Schnellere Reaktion auf Marktveränderungen und Kundenbedürfnisse
Steigerung der Kundenloyalität durch Markenbotschafter oder Influencer
Geringes Risiko bei der Produktentwicklung
Überprüfung und Justierung eigener Annahmen durch frühzeitiges Feedback

Wo liegen die Risiken von Pre-Orders für Onlinehändler?
Nur weil ein Onlinehändler Produkte im Voraus verkaufen kann, bedeutet das nicht automatisch, dass er diese Produkte auch wirklich verkaufen wird. Der Aufwand für die Bewerbung des Angebotes ist genauso hoch wie für den Verkauf von Produkten im Lagerbestand. Für einige Onlinehändler ist eine Vorbestellung nur ein weiterer Artikel im virtuellen Regal.

Um zu verhindern, dass Sie keine Vorbestellungen erhalten, müssen Sie eine Marketing-Kampagne planen. Dazu gehören Angaben zum Produkt, Fotos und evtl. Videos. Auch E-Mail und Content-Marketing sind geeignet, um Kunden mit dem Produkt und den Gründen für eine Vorbestellung vertraut zu machen. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Vorbestellungen im E-Commerce mehr Kundenkommunikation benötigen als Produkte, die vorrätig sind.

Wie funktioniert die Produktion von Vorbestellungen? (→ Auftragsfertigung)

Für die Produktentwicklung ist die Auftragsfertigung, auch Make to Order oder Build to Order genannt, ideal. Denn bei der Auftragsfertigung werden Produkte erst dann gefertigt, wenn die Bestellung eingegangen ist.

So lassen sich nicht nur individuelle Kundenwünsche realisieren, sondern das Lager auch von vorgefertigten Waren entlasten. Der wertvolle Ansatz zur Produktvalidierung zeigt sich auch dadurch, dass Marken mit der Annahme von Vorbestellungen Geld erhalten, während der Fertigungsprozess noch im Gange ist.

Die Auftragsfertigung bedeutet auch einen nachhaltigeren Umgang mit der Produktion von Waren. Die kapitalbindende Lagerhaltung von Artikeln spart zudem CO₂ ein und erlaubt die schnellere Reaktion auf Marktveränderungen. Außerdem wird einer Überproduktion entgegengewirkt und ein sparsamerer Umgang mit Rohstoffen erreicht.

Welche Produkte eignen sich für Pre-Orders?

Die Produktfindung gehört zu den schwierigen Aufgabe im Rahmen von Pre-Orders, denn Sie müssen auch dann standhaft bleiben, wenn es mal nicht so gut läuft. Daher ist die Planung das A und O. Wichtig ist aber auch, dass Sie uneingeschränkt hinter dem ausgewählten Produkt stehen.

Im Gegensatz zur Massenfertigung werden bei diesem Auftragstyp die Produkte erst bei Bestelleingang gefertigt. Die Bestellung liegt also zeitlich vor der Produktion der Ware. In der Regel sind Produkte geeignet, die in Einzel- oder Kleinserien vorliegen. Eine gut organisierte Auftragsfertigung verhindert Folgekosten und hohen Aufwand durch zusätzliche Arbeitsschritte.

Im Zusammenhang mit Pre-Orders kann es sich durchaus um ein Produkt in großer Auflage handeln, etwa eine Software. Dabei handelt es sich um ein Beispiel für ein Minimum Viable Product oder MVP, also ein Instrument zur Risikominderung bei der Produktentwicklung. Es kann sich um eine neue Version eines Produktes handeln oder jegliche andere Produkte, für die es eine schnelle Reaktion auf geänderte Bedürfnisse am Markt gibt.

Für Pre-Orders geeignet sind auch Produkte, die ein Onlinehändler unter seiner eigenen Marke vertreiben möchte. Das sorgt für Unabhängigkeit von Lieferanten und Kontrolle über Preis sowie Qualität. Wie wäre es mit limitierten Auflagen oder Special Editions? Diese verkaufen sich erfahrungsgemäß bestens über Vorbestellungen.

Mit dem reybex Produktionsmodul können Sie jede Form von Pre-Orders abdecken und für mehr Umsatz im eigenen Geschäft sorgen. Auch das Erstellen von neuen Produktbildern zum Testen eines Produktes lässt sich so realisieren und über verschiedene Kanäle streuen.

Wie kann der Kunde eine Pre-Order auslösen?

In der Regel kann der Kunde den vorbestellten Artikel ganz normal als Wunschprodukt in den Warenkorb legen. Sobald die Ware verfügbar ist, erfolgt der Versand. Bei Zahlung mit Kreditkarte, PayPal oder Sofortüberweisung wird der Rechnungsbetrag bereits mit Aufgabe der Bestellung belastet. Bei Vorauskasse muss erst das Geld eingehen, bevor die Bestellung ausgelöst wird.

Es gibt aber je nach Größe des Online-Shops auch die Möglichkeit, einen Wunschartikel per E-Mail oder Telefon beim Anbieter zu bestellen. Wenn schon feststeht, wann die Lieferung der Ware erfolgt, ist die Bestellung des Kunden übrigens verbindlich, da auch hier ein rechtlich bindender Kaufvertrag zustande kommt. Es können natürlich individuelle Absprachen getroffen werden, diese sollten aber stets in schriftlicher Form erfolgen.

Die deutliche Kennzeichnung einer Vorbestellung ist notwendig, damit der Kunde sieht, dass er ein angekündigtes Produkt bestellt. Es eignen sich Buttons mit der Aufschrift “Jetzt vorbestellen” oder eine Option mit Häkchen, sodass der Kunde stets im Bilde ist, hier eine Vorbestellung auszulösen. Auch ein entsprechendes Symbol hilft Kunden bei der Orientierung.

Wichtig für Kunden: Bei der Kombination einer regulären Bestellung mit einer Vorbestellung verlässt die gesamte Ware erst dann den Anbieter, wenn das vorbestellte Produkt lieferbar ist. Daher ist es ratsam, die beiden Bestellungen voneinander zu trennen.

Welche Zahlungsmethoden gibt es für Pre-Orders?

Üblicherweise wird die ausgewählte Zahlungsmethode beim Abschließen des Bestellvorgangs belastet, das gilt auch für Pre-Orders. Je nach Anbieter und Hersteller sind aber unterschiedliche Zahlungsmethoden denkbar, die immer auf der Webseite klar und transparent dargestellt sein müssen.

Sofortige Bezahlung: Hier wird die Pre-Order direkt bei Bestelleingang zur Zahlung fällig. Es handelt sich um die häufigste Art der Vorbestellung. Die sofortige Bezahlung bei Vorbestellungen wirkt sich positiv auf Ihren Cashflow aus. In der reybex ERP-Cloud können Sie die Systeme so einstellen, dass ausverkaufte Produkte automatisch als Vorbestellung entgegengenommen werden. Nachteilig ist diese Vorgehensweise, wenn von langen Vorlaufzeiten auszugehen ist. Der Kunde könnte ungeduldig werden und den Online-Shop negativ bewerten.

Spätere Bezahlung: Bei diesem Geschäft besteht die Möglichkeit des Rücktritts, denn der Kunde gibt die Bestellung mit der Absicht auf, in der Zukunft zu bezahlen. In der Regel ist das der Fall, sobald die Ware verfügbar ist oder versendet wurde. Vorteile dieser Methode ist die bessere Planung, so lassen sich unter anderem erst dann Waren produzieren, wenn ausreichend Bestellungen eingegangen sind. E-Mails oder Newsletter informieren im besten Fall den Kunden über den aktuellen Stand.

Crowdfunding: Bei Pre-Orders im E-Commerce keine unübliche Sache, denn hier wird Geld eingesammelt, um eine Idee oder ein Produkt realisieren zu können. Der Hersteller fängt also erst dann mit der Umsetzung an, wenn über Crowdfunding Investitionen von einer undefinierten Anzahl Personen vorliegen. Dafür müssen diese natürlich überzeugt werden, was aber leicht ist, da Investoren Early Adopters gegenüber eher offen sind.

So werden Vorbestellungen zum Erfolg

Mit einem guten Produkttitel, ansprechenden Produktbildern und einer aufschlussreichen Produktbeschreibung ist zwar schon viel getan, aber das reicht nicht unbedingt aus, um einen Artikel erfolgreich als Pre-Order-Konzept zu platzieren. Um Produkte zu validieren oder den Cashflow zu verbessern, müssen Sie sich ein gutes Konzept überlegen und Vorbestellungen in jeder Phase des Bestellprozesses ermöglichen bzw. klar kennzeichnen.

Dazu gehörten auch die geltenden Vorschriften, denn in einigen Ländern ist es verboten, ein Produkt anzubieten, wenn dafür kein Lagerbestand vorhanden ist. Sie benötigen die richtigen Funktionen für die Kampagne, denn ihre Abwicklung im System ist getrennt von normalen Bestellungen zu steuern.
Nutzen Sie Optimierungsfunktionen wie einen Countdown-Timer für die Conversions oder Badges.
Auch das Anbieten eines zeitlich begrenzten Rabatts nur für Vorbestellungen sind eine vielversprechende Möglichkeit zur besseren Conversion.
Setzen Sie Pre-Orders als Teil Ihrer Philosophie um, denn Vorbestellungen schonen die Umwelt und minimieren Abfall. Nachhaltigkeitsziele als Kaufanreiz funktionieren bei überzeugender Darstellung ausgezeichnet.
Nutzen Sie die Community über soziale Medien und treten Sie mit Menschen in Kontakt, die ein bestimmtes, zum Produkt passendes Interesse haben. Auch die Kooperation mit Influencern kann die Vorbestellungen vermarkten.
Wenn Sie etwas Budget haben, kann sich der Versand von Produktmustern vor der Markteinführung lohnen. Wählen Sie dafür nur wenige, speziell geeignete Personen aus. Denen stellen Sie das Produkt ohne Gegenleistung zur Verfügung, in der Hoffnung, dass sie darüber bei Gefallen in ihren Kommunikationskanälen berichten.